Mittwoch war wieder Farmtag. Ich fing damit an, die Tür mit einem Gummiband ein bisschen abzudichten und Filzfüße an den Stühlen anzukleben. Weiter ging es damit, zwei Schubkarren mit Pferdehinterlassenschaften zu füllen und auf dem Kompost zu verteilen. Dies setzte natürlich voraus, die Hinterlassenschaften zu finden und aufzuladen. Anschließend half mir Jo dabei, sechs Schubkarren mit Opaka-Mist zu füllen und um die Apfelbäume zu verteilen. Opakas sind Tiere die es glaube ich in Deutschland nicht gibt. Sie sehen ein bisschen aus wie Ziegen, denen man ein Schafspelz übergezogen hat.
Danach gab es glücklicherweise Mittagspause, denn meine Arbeitslust war ziemlich gesunken. Nach dem Mittag durfte ich mal wieder Holz hacken. Zwei Schubkarren voll und danach konnte ich das Wort „Barrow“ bzw. „Wheelbarrow“ (Schubkarren) nicht mehr hören. Das brachte mir nicht viel Glück, denn dann musste ich Fenster putzen. Zuerst die Fenster im Wohnzimmer und der Decke. Um das ordentlich zu machen, musste ich zuerst die Spinnenweben entfernen. Spinnenweben entfernen ist für mich immer noch eine komische Aufgabe, weil die australischen Spinnenweben zum einen sehr viel stabiler sind als die deutschen, und weil eine australische Spinne im Gegensatz zu einer deutschen mich eventuell außer Gefecht setzen könnte.
Danach musste ich das Glasdach putzen, an dem ich eineinhalb Wochen vorher mit Toni angefangen hatte den Rollladen anzubringen. Es war ziemlich anstrengend, weil ich mit so einem Teleskopstab hantieren musste und die Glasflächen ziemlich voll mit Moos und anderen Regenablagerungen waren. Danach machte ich Feierabend und sprang unter die Dusche.
Bevor ich fortfahre, muss ich das mit den Jos mal kurz ansprechen, um Verwechslungen zu vermeiden. Die Mutter meiner Gastfamilie heißt Joanna Low, abgekürzt Jo Low; die Klassenlehrerin an der Schule heißt Joanne Lowe, abgekürzt Jo Lowe, was natürlich zu Verwirrungen führt. Wen ich gerade meine, ist nur aus dem Kontext zu erkennen. In der Schule ist es demnach Joanne und außerhalb der Schule Joanna. Wenn nicht, schreibe ich es dazu, wenn ich daran denke
Donnerstags fuhr ich wieder mit dem Bus zur Schule. Der Busfahrer wird aber immer freundlicher und ich beginne ihn zu mögen. In der Schule hatte Joanne für die 6. Klasse im Rahmen des Hauptthemas „Sound“ drei Mädels organisiert, die ein bisschen auf ihrer Violine bzw. Cello bzw. Bass spielen sollten. Die Cello-Spielerin ist die Tochter von einer Lehrerin an unserer Schule. Sie kann auch noch trommeln und auf irgendeinem Schweizer Trommelinstrument spielen, das ich noch nie vorher gesehen hatte.
Die Mädels ließen die Kinder erkennen, warum die verschiedenen Töne aus einem Instrument kommen und worin sie sich unterscheiden. Danach gaben sie noch ein bisschen was von ihren Künsten zum Besten. Die Mädchen verdienen mit ihrer Musik sogar Geld und die Show war auch wirklich sehr gut. In der mittleren Unterrichtstunde durfte ich wieder die Hausaufgaben kopieren und ein paar Sachen wegräumen, was mir sehr entgegenkam, denn diese Arbeit fand draußen statt und es war sonnig und richtig warm. Der Klassenraum dagegen war noch ungemütlich kalt. Nach der Mittagspause musste ich dann noch helfen den Newsletter der Schule zu verteilen, der wöchentlich rauskommt. Die Arbeit war etwas einseitig, aber ich hatte immerhin etwas zu tun und konnte mich mal im Kindergarten vorstellen.

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