Farmtag

20 08 2008

Mittwoch war wieder Farmtag – wie jede Woche. Nachdem ich einen Schubkarren mit Holz und einen mit Pferdemist gefüllt hatte, wartete eine neue Aufgabe auf mich: Jo und ich trieben die letzten Schafe zusammen, die noch auf der Farm lebten, um sie zu verkaufen. Dafür mussten wir sie aber alle beisammen erstmal in einen kleinen abgesperrten Bereich bringen, um sie dann auf einen Anhänger zu verladen.

Dies klappte problemlos und so fuhren wir nach Armidale, um sie zu einer Versteigerung zu bringen. Dort lief auch alles gut mit dem Abladen und mittags um eins sollten die Schafe versteigert werden. In der Zwischenzeit fing ich an unseren elektrischen Zaun zu reinigen. Irgendwann letztes Jahr scheint der farmeigene Bach einmal über die Ufer gelaufen zu sein und hat seine Spuren hinterlassen. Das durfte ich beseitigen.

Um 13 Uhr hatte ich zum Glück eine kurze Pause, um mir die Auktion anzuschauen. Es ging alles ruckzuck und dann waren die Schafe weg. Danach wurde ich noch Tom, einem Nachbarn vorgestellt, der zwei kleine Brüder in meinem Alter hat, welche demnächst einmal mit mir weggehen müssen. Das bemerkte Danny, einer der Chefs der Versteigerungsfirma, und bot sich auch gleich an, mit mir mal Football zu schauen. Mit vielen neu gefundenen Freunden machte ich mich wieder auf den Heimweg zu meinem Zaun. Diesen reinigte ich noch eine ganze Weile und ich werde auch noch mal daran zu arbeiten haben.

Nach Feierabend half ich Steve und den Mädels beim Kühefüttern. Bei der Gelegenheit fackelten wir gleich noch die wilden Brombeerbüsche ab, die auf der Farm wachsen. Da die Mädels dabei ihren Spaß am Feuermachen entdeckt hatten, verbrannten wir auch noch das Geäst von der letzten Gartenarbeit, was in einem drei Meter hohen Lagerfeuer endete.





Ankunft in Armidale

1 08 2008

Jetzt ist es soweit. Ich bin in Armidale!

Der Flug war sehr angenehm, weil man sehr viel sehen konnte und die Maschine sehr gemütlich war…

Stephen, der Vater der Gastfamilie hat mich am Flughafen abgeholt. Schon auf der Fahrt hat er feststellen müssen, dass er mit mir etwas langsamer reden muss, aber das hat ganz gut funktioniert.

Meine erste halbe Stunde in Armidale war geprägt von einer kurzen Stadtrundfahrt, bei der mir Steve die wichtigsten Anlaufstellen in Armidale gezeigt hat. Auf dem Weg haben wir seine beiden Töchter, Brigitte und Charlotte, von der Waldorfschule abgeholt. Bei der Gelegenheit konnte ich mich dort auch gleich vorstellen und Gaynor, die Dame die für mich zuständig ist, kennen lernen. Ich wurde noch kurz den Freundinnen der ältesten Tochter, Charlotte, vorgestellt, die mich anscheinend sehr lustig fanden, weil sie auf einmal alle kicherten und dann ging es weiter mit der Stadtrundfahrt.

Das Ende der Rundfahrt war die Farm auf der ich jetzt lebe. Es ist ein wirklich großes Stück Land, aber für deutsche Verhältnisse ziemlich weit außerhalb. Ich habe mein eigenes „Haus“ mit Schlafzimmer, Bad, Küche und Wohnzimmer.

Die Töchter haben mir dann gleich die ganzen „Haustiere“, sprich Pferde, Hunde, Papageien und Kühe vorgestellt. Bei der Gelegenheit hat mir die älteste Tochter auch gleich erklärt, dass ich Reiten lernen muss.

Dann hab ich einen Kaffee getrunken. Der Kaffee ist, wie fast alles in dem Haus „Öko“ gewesen. Ich komme vielleicht doch dünn zurück ;)

Da es in Australien früh dunkel wird bin ich nicht dazu gekommen mir wirklich viel anzuschauen. Ich bin einmal den Weg bis zum Briefkasten abgegangen und musste feststellen dass es ungefähr die gleiche Entfernung ist wie vom Hause Kuna bis zur nächsten S-Bahn Station.

Nach dem Abendessen, trank ich noch ein Bierchen mit Steve und dann hab ich ein wenig Fern gesehen mit den Mädels. Dann kam auch die Mutter nach Hause. Sie hatte eine Operation und war noch etwas fertig, deswegen verschoben wir das Kennen lernen auf den nächsten Morgen.

Vor dem Schlafengehen stellte sich dann das nächste Problem. Die Australier haben keine wirklichen Heizungen. Also musste ich mich mit einem kleinen Gasofen abfinden. Dieser machte nicht wirklich warm aber gut, ich habe nicht gefroren.

Am nächsten Morgen musste ich feststellen, dass ich hätte frieren sollen, denn die Australier machen den Brenner nachts aus. Diese Nacht weiß ich es besser und lege mir noch ein paar Decken parat.

Morgens machten mir die Mädchen ein Frühstück und eine gute Lunch-Box für die Schule. Die Mutter fuhr uns zur Schule, doch an der Schule kidnappte sie mich gleich wieder und wir fuhren in die Stadt, um einen Kaffe zu trinken. Sie klärte mit mir alle wichtigen Sachen, die man so zum Zusammenleben wissen muss und dann fuhr sie mich doch zur Schule.

In der Schule hatte ich nicht so viel zu tun. Ich musste nur schnell unterschreiben, dass ich keine Kinder misshandeln oder sexuell belästigen würde und dann durfte ich den Unterricht. Ich saß eigentlich nur in der Ecke und lauschte, weil wenn ich mich nicht versteckte, war die ganze Klasse so unruhig, dass die Lehrerin sie pausenlos ermahnen musste.

Nachmittags konnte ich endlich ein bisschen Heimat schnuppern. Ich wollte mit Charlotte das Grundstück der Lows (Familienname) abfahren, doch der alte Suzuki 4 Wheel wollte nicht und ich durfte in ihn zum Laufen bringen. Jippieh! Er lief dann natürlich und wir fuhren eine Runde um das Grundstück. Das dauert so ca. eine halbe Stunde, weil es alles Offroad ist, aber es war interessant. Dann gab es noch Abendessen und eben schreib ich hier, weil ich endlich herrausgefunden habe, dass es Wireless-Lan auf der Farm gibt. Leider nur sehr langsam und sehr teuer aber verfügbar.





Nägel mit Köpfen

18 03 2008

So, nun wird es langsam ernst. Nachdem ich meine Unterlagen alle weggeschickt hatte, habe ich mich an die Reiseplanung gemacht. Wichtig für den Anfang ist natürlich der Hin- und Rückflug. Deshalb habe ich mich mit dem Kalender hingesetzt und erstmal geschaut, wann ein Flug praktisch wäre. Da ich vor meiner Reise nach Australien erst noch ein Vorbereitungsseminar in Karlsruhe besuche, ist der Zeitraum sehr eingeschränkt.

Entschieden habe ich mich nun für den 19. Juli 2008, da mein Seminar am 17. Juli 2008 zu Ende geht. Dann kann ich noch ein bisschen packen und dann geht es auch schon los.

Die Freunde der Erziehungskunst Rudolf Steiners haben mir ein Reisebüro angeboten, bei dem ich buchen könnte, aber nicht muss. Dieses Reisebüro habe ich dann erstmal per Email angschrieben und mir ein Angebot schicken lassen. Das Angebot war gar nicht schlecht, doch leider nur mit einem Flug am 22. Juli 2008, was mir etwas zu spät ist. Mein Rückflug muss erstmal offen bleiben, da die aktuellen Flugpläne erst ca. 11 Monate vor dem gewünschten Flugdatum veröffentlicht werden.

Dann habe ich mich bei dem Reisebüro Jasminreisen erkundigt. Dort habe ich ein Angebot für den 19. Juli bekommen, welches ich auch gleich angenommen habe. Mein Flug sieht nun folgendermaßen aus: Ich fliege am 19. Juli um 23:55 Uhr mit Qantas in Frankfurt los, Richtung Singapur. Dort werde ich 12 Stunden später am 20. Juli um 18:00 Uhr Ortszeit ankommen. Weiter geht es wieder mit Qantas um 21:25 Uhr. Ankommen werde ich nach 7:25 Stunden Flug in Brisbane, am 21. Juli um 6:50 Uhr Ortszeit.

Dort werde ich höchst wahrscheinlich meine Eltern treffen, welche zeitgleich Urlaub in Australien machen wollen und mit ihnen noch ein paar Tage verbringen. Am 30. Juli geht es dann wieder in Brisbane mit Qantas los. Zuerst um 8:05 Uhr nach Sydney, wo ich um 9:35 Uhr ankomme und dann um 10:20 Uhr wieder mit Qantas weiterfliege, um einen Tag vor Dienstbeginn um 11:30 Uhr endlich in meinem neuen Wohnort Armidale anzukommen.

Jetzt fehlt – damit wirklich alles niet- und nagelfest ist – nur noch mein Visum, welches ich aber erst beantragen kann, wenn ich meinen neuen Reisepass habe. Ich hoffe, ich kann auch in diesem Bereich bald über getane Arbeit berichten