Regen im Überfluss

23 05 2009

Nach langer, langer Trockenzeit holt Mutter Natur jetzt alles nach. Seit Montag ist es hier nur noch am Regnen. Das ist aber eigentlich ganz gut für mich, denn so kann ich mich vor der Arbeit drücken.

Am Montag durfte ich Kim den ganzen Tag in der Office helfen und etwas für sie tippen und musste deswegen nicht raus ins kühle Nass.

Dienstag kam mir unsere Erkältungsepidemie zu Gute. Bobs Klasse fuhr an diesem Tag auf ihre zweieinhalbwöchige Klassenfahrt. Zuerst runter nach Bellingen, wo sie fünf Tage bleiben wollten und dann sollte es weiter gehen mit einer zweiwöchigen Wanderung durch den Guy Fawkes River National Park.

Leider hatte sich Robyn Newberry jedoch erkältet und konnte kein Auto fahren, weshalb ich ihr Auto die 150 km von Bellingen zurück nach Armidale chauffieren durfte. Dieser Ausflug dauerte natürlich den ganzen Tag und ich war geschützt in einem fast komplett trockenen Auto mit Heizung.

Mittwochmorgen regnete es zum Glück nicht so viel, denn ich musste das erste Mal wieder draußen arbeiten. Da ich die Schule jedoch mittlerweile recht gut kenne, konnte ich mich auch an diesem Tag mit Jobs beschäftigen, die nicht im Regen waren und später durfte ich erneut in der Office helfen.

Donnerstags sollte ich eigentlich mit Karen’s Class ins Aboriginal Culture Center gehen, doch kurz bevor ich zur Schule fuhr bekam ich einen Anruf von Robyn Newberry: Aufgrund des vielen Regens bestand die Gefahr, dass die Flüsse in Bellingen überlaufen und deswegen musste Bobs Camp evakuiert werden.

Da es Robyn immer noch nicht besser ging, durfte ich mich wieder mit ihrem Auto auf den Weg machen. Diesmal war die Fahrt allerdings sehr anstrengend. Das bisschen Regen entpuppte sich als echtes Unwetter und ich  musste mit überfluteten Straßen, umgekippten Bäumen, Wind und Nebel kämpfen. Das Ende meiner Reise war dann Dorrigo, das letzte Kaff, bevor sich der Waterfall Way den Berg runter nach Bellingen schlängelt. Diese Strecke ist eigentlich sehr schön, weil man einen bezaubernden Ausblick über das Land hat und Wasserfälle direkt neben der Straße runterplätschern. Diese kleinen behäbigen Wasserfälle hatten sich aber jetzt zu reißenden Flüssen entwickelt und nahmen die komplette Straße ein. Die Straße wurde natürlich deswegen gesperrt und mir wurde angeraten nicht weiter zu fahren.

Ich hätte zwar rechtlich gesehen weiter fahren dürfen, war jedoch nicht wild drauf mit der Natur zu kämpfen, wenn es mir von Australiern abgeraten wird. Also trank ich einen Kaffee in Dorrigo und begab mich wieder auf den Heimweg. In Armidale angekommen erfuhr ich dann, dass Kim es gerade geschafft hatte, mit SES (State Emergency Service) zu telefonieren und die Kinder von denen nach Dorrigo bringen zu lassen. Von  dort konnten sie abgeholt werden. Ich hatte an dem Tag schon 230 km im schlimmsten Unwetter auf der Straße verbracht und musste Babysitten, weshalb ich diese Aufgabe gerne an jemand anderen abtrat.

Freitags regnete es immer noch, ich konnte jedoch in der Schule in der Küche beim Tuckshop helfen, weshalb ich wieder trocken blieb. Abends mussten dann sogar zum ersten Mal seitdem ich hier bin viele Straßen in Armidale gesperrt werden, weil unser Bach etwas über die Ufer getreten war und die Straßen einen Meter unter Wasser standen.

Abends ging ich auf den 21. Geburtstag eines Freundes. Der 21. wird ja hier in Australien bekanntlich groß gefeiert und deswegen hatte ich einen lustigen Abend mit viel Musik, Gerspächen und Freibier.





Cathedral Rock

20 05 2009

Die Woche verlief wie immer. Meine Arbeit an der Mauer war etwas ins Stocken geraten, weil ich gerade an vielen kniffligen Kurven angelangte. Terry und ich berieten uns darüber und meine Arbeit kann jetzt weitergehen. Leider beinhaltet das auch wieder viel graben. Das macht das kalte Wetter zwar erträglicher, weil man sich schön warm arbeitet, jedoch bin ich abends immer so kaputt, dass ich eigentlich nur noch schlafen möchte.

Am Freitag musste ich abends auf Alex und Laura aufpassen. Das war eine angenehme Sache, jedoch bin ich deshalb nicht mehr weggegangen, weil ich sonst ewig in der Schlange gestanden hätte.

Samstags wollte ich eigentlich bei Gaynor im Garten arbeiten. Sie selbst war an der Schule, da anthroposophisches Wochenende war. Das bedeutete, dass ganz viele Workshops und Vorträge über Anthroposophie an der Schule stattfanden. Sie wollte mir aber eine Liste mit Jobs hinterlassen. Als ich bei ihr ankam war natürlich keine Liste da, nur die Nachricht, dass ich ihrer Tochter Lisa beim Fensterputzen helfen könnte. Lisa war aber genau wie Gaynor nicht zu Hause und so fuhr ich nach einer Stunde Wartens und ungetaner Arbeit heim.

Dafür trafen sich Judy und ich uns am Samstag schon früh bei mir, um ein, zwei Bier zu trinken und Filme zu schauen. Bis wir dann allerdings Richtung Pub los kamen, hatte ich schon etwas zu viel Bier intus und wollte so schnell wie möglich in mein Bett, da ich sonntags einen Ausflug mit Jo zum Cathedral Rock geplant hatte.

Woolpack Rocks

Woolpack Rocks

Am Sonntag stand ich schon um halb Neun auf, um mit Jo und Judy zum Cathedral Rock National Park zu fahren. Dieser ist ungefähr eine Stunde von Armidale weg. Dort machten wir erst mal gemütlich Morning Tea und dann liefen wir los. Nach ca. einer Dreiviertelstunde waren wir beim Cathedral Rock, liefen aber zunächst noch eine Stunde weiter zu den Woolpack Rocks. Dort legten wir eine Pause ein und bereiteten uns auf unseren langen Rückweg vor, der nur noch bergauf ging. Wieder am Cathedral Rock angelangt, waren wir total erschöpft, wollten uns aber noch Cathedral Rock richtig angucken, was sich als gar nicht so einfach herausstellte. In Deutschland würde man so was keinen Wanderweg nennen: Wir mussten unter Felsen durchkriechen, über andere Felsen klettern und bei Cathedral Rock angekommen, fanden wir uns auf einer kleinen Plattform, direkt vor der Schlucht, ohne Geländer. Nach einer kleinen Pause gingen wir wirklich zurück zum Auto, wo wir nach einer 5-Stunden-Wandertour um 16 Uhr unser Mittagessen einnahmen und so schnell wie möglich nach Hause fuhren, um ziemlich bald in unsere Bettchen zu krabbeln.

Cathedral Rock

Cathedral Rock





Wool-Expo

13 05 2009

Die erste Woche nach den Ferien verlief recht ruhig. Ich arbeitete weiter an meiner Mauer, damit ich noch bis zum Ende meines Dienstes damit fertig werde. Am Mittwoch war ich mit Jo auf ihrem wöchentlichen Ausflug. Diesmal gingen wir zu einer Stelle die zum Fluten genutzt wird, falls der Bach mal zuviel Wasser führt. Dort konnten die Kinder kleine Hütten bauen und hatten viel Spaß.

Freitags musste ich nicht an die Schule, sondern am Stand der Waldorf-Schule auf der „Wool-Expo“ in Armidale helfen. Dort drehte sich alles um Wolle. An unserem Stand konnten die Schulkinder Wollbälle filzen. Ich war also den ganzen Tag damit beschäftigt kleine Kinder zu unterhalten, aber es war eine willkommene Abwechslung zum Schulalltag  Ansonsten gab es  viele Schafe, Opakas und auch Schäferhunde zu sehen. Am besten war der Schäferhunde-Hochsprung. Die Hunde können wirklich ziemlich hoch springen. Irgendwie erschreckend.

Das Wochenende war wie immer: Freitags „White-Bull“, Samstags „Newie“. Ich war aber nicht viel weg, weil ich zu müde war und weil es hier mittlerweile nachts richtig kalt wird. Es kann sogar schon wieder Frost geben. Zum Glück komme ich bald in den deutschen Sommer :-)







Ferienende

5 05 2009

Die letzte Ferienwoche verbrachte ich bei meiner Gastfamilie. Ich hatte eigentlich nichts zu tun und das konnte Jo leider nicht mit ansehen. Am Anfang der Ferien passte ich auf ein Haus auf und Jo bekam nicht mit, dass ich keine Probleme habe auch mal einen Tag gar nichts zu machen.

Also bestellte sie mich gleich am Montagmorgen bei erstbester Gelegenheit zur Schule, damit ich Terry helfen konnte. Zum Glück hatten Judy und ich uns in der Bücherei verabredet, ansonsten hätte ich wohl meinen Ferientag mit Arbeiten vergeuden müssen. Die nächsten zwei Tage konnte ich mich erfolgreich drücken, doch am Donnerstag klappte es nicht mehr und ich musste den halben Tag mit Simon und Terry in der Schule arbeiten. Die beiden sahen das zum Glück nicht so eng und so konnte ich mich schon um Eins wieder verabschieden. Daheim musste ich allerdings Jo helfen, weshalb ich noch mal zwei Stunden beschäftigt war.

Freitagabends kam Jonathan, mein Kumpel aus Brisbane vorbei, um sich Armidale anzuschauen. Das bedeutete für mich, dass ich selbst Armidale richtig kennen lernen konnte. Am Freitag waren wir zwar nur im Pub, aber am Samstag zeigte ich Jonathan die Schule, die Fußgängerzone und andere schöne Punkte in der Stadt. Sonntags waren wir sogar noch aktiver. Wir gingen in die angrenzenden Nationalparks und verbrachten die Zeit mit Wandern.

Am Montag war der ganze Spaß leider vorbei. Jonathan fuhr zurück nach Brisbane und ich hatte meinen ersten Arbeitstag an der Schule, welcher leider keine neuen Aufgaben mit sich brachte, sondern nur weiterhin Mauern bauen.