Tassie

25 04 2009

Am Mittwoch, den 15. April, ging es endlich wieder in den Urlaub. Judy und ich hatten uns einen Wicked-Camper gemietet und eine Woche Tasmanien geplant. Der Urlaub fing etwas stressig an, da alle Flieger voll waren und ich mit meinen Standby-Tickets jedes mal um einen Platz bangen musste.


Das Glück war auf meiner Seite und so standen Judy und ich am Mittwoch in Hobart. Leider konnten wir den Abend nicht wirklich genießen, da wir beide ziemlich froren und Judy sehr müde war. Deshalb gingen wir früh in unser Hostel „Narrara Backpackers“ und schliefen uns für den nächsten Tag aus.


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Morgens machten wir uns voller Energie auf den Weg unseren Camper abzuholen. Es verlief alles unkompliziert und nach den nötigsten Einkäufen ging es auf die Straße. Unser erstes Ziel war der Cradle Mountain – St. Claire National Park. Dort blieben wir die erste Nacht nahe des Sees St. Claire. Leider war der darauffolgende Tag genauso nebelig und verregnet wie der vorige, weshalb sich das Eintrittsgeld für den National Park nicht wirklich bezahlt machte.

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Cradle Mt (versteckt hinter Nebel)

Nelson Falls

Nelson Falls

Unsere Route führte uns an diesem Tag weiter durchs Gebirge an einem wunderschönen Wasserfall vorbei nach Queenstown. Der Ort war kleiner als wir uns vorgestellt hatten und so fuhren wir nach einem schnellen Mittagessen und zwei, drei Fotos weiter zum Cradle Mountain. Die Zeit verging wie im Flug, so dass wir nur eine kurze Weile am Berg verbrachten. Außerdem konnten wir den Berg nur erahnen, da es immer noch nebelig war. Die Suche nach Benzin und einer Bleibe für die Nacht führte uns unplanmäßig nach Sheffield, wo wir einen kostenlosen Abstellplatz für unseren Camper fanden.


Burnie

Burnie

Am dritten Tag fuhren wir an die Nordküste der Insel. Dort hielten wir zunächst in Burnie. Burnie ist die viertgrößte Stadt in Tasmanien (mit 20 000 Einwohnern) und hat eine Käserei, in welcher wir über die Probehäppchen herfielen. Mit etwas zu viel Käse im Magen schauten wir uns noch eine Papierfabrik an, die Papier aus allem Möglichen herstellt (wie zum Beispiel aus Känguruh-Mist) und die außerdem noch ganz viele Papierkunststücke ausstellt.

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Im Nachbarort Penguin trauten sich Judy und ich zum ersten Mal ins Meer, welches natürlich eiskalt war, doch es war die erste Dusche seit drei Tagen und wir konnten uns gleich danach mit einem leckeren Kaffee im Groovy Penguin Café aufwärmen.


Nachmittags ging es in die drittgrößte Stadt Tasmaniens, Devonport. Die Zeit war aber wieder gegen uns, weshalb wir außer der Tourist Information nicht viel von Devonport sahen. Auf der Suche nach einem Campingplatz landeten wir an der Batman Bridge in Launceston.

Launceston ist die zweitgrößte Stadt Tasmaniens und dort schauten wir uns am frühen Sonntagmorgen die Fußgängerzone und die Cataract Gorge an. Die Cataract Gorge ist eine atemberaubende Schlucht am South Esk River und praktisch in der Innenstadt.

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Cataract Gorge

Doch wir hatten noch viel zu fahren an diesem Tag, also machten wir uns weiter auf den Weg Richtung Ostküste. Wir machten einen kleinen Umweg und fuhren noch zur Bridestowe Lavender Farm. Dort kann man alles kaufen, was man so aus Lavendel zaubern kann und das ist ziemlich viel. Wir hatten jedoch Pech mit der Jahreszeit, denn der Lavendel blüht nur zwischen Dezember und Januar. So konnten wir nur ganz ganz viel nicht-blühenden Lavendel sehen, dafür mussten wir aber auch keinen Eintritt bezahlen.

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Binalong Bay


Für die folgende Nacht fanden wir einen besonders schönen Campingplatz in Binalong Bay, wo die Bay of Fire anfängt. Die Bay of Fire hat ihren Namen von den ersten Entdeckern, die an der Küste die Feuer der Aborigines gesehen hatten. Auch ohne Feuer ist die Küste wunderschön und Judy und ich konnten unseren Camper in direkter Strandnähe parken.

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Binalong Bay


Morgens sprangen wir dann auch gleich ins kühle Nass und hatten unsere erste – wenn auch kalte – Dusche seit Hobart. Mit neuem Frischegefühl ging es weiter durch die Berge und viele sehr kleine Käffer bis zum Coles Bay und Freycinet National Park. Dort sahen wir zwar nicht die berühmten Küstenstrecken, da wir zu geizig waren, den in Tasmanien überteuerten Nationalparkeintritt zu entrichten, erfreuten uns aber an anderen sehr schönen Küstenabschnitten.

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An diesem Abend waren wir wenig erfolgreich mit der Suche nach einem kostenlosen Campingplatz, denn keiner der Anwohner kannte einen in der Nähe, doch nach längerer Suche fanden wir einen sehr freundlichen Wirt, der uns erlaubte hinter seinem Pub auf der Wiese zu übernachten.

Dirtroad

Dirtroad


Tag Sechs führte uns über viele Gravel- oder Dirtroads (Schotterpisten) nach Port Arthur. Port Arthur haben Judy und ich erst spät in unsere Planung aufgenommen, doch Terry hat ein paar Bekannte dort, bei denen wir bleiben konnten und das überzeugte uns. Es lohnte sich, denn Port Arthur hat einiges zu bieten. 1830 wurde dort ein Gefängnis für Strafgefangene gebaut, die in Gefangenschaft noch einmal straffällig geworden waren. Die Halbinsel eignete sich dafür sehr gut, denn sie ist mit einer nur 100 m breiten Landbrücke mit dem Festland verbunden.

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Port Arthur Historic Site


In meinen Augen war es totale Verschwendung aus diesem schönen Flecken Erde ein Gefangenenlager zu machen, aber so schlimm kann es gar nicht gewesen sein. Die Zellen und Maßnahmen für die Gefangenen hörten sich zwar nicht so gut an, aber dafür hatten sie auch einen wunderschönen Hafen und noch viel schönere Gärten.

Port Arthur

Port Arthur


Mit zu vielen Geschichten im Kopf über die Strafgefangenen fuhren Judy und ich zu Terrys Freunden. Dort wurden wir zuerst von einer lieben älteren Frau in den Achtzigern und ihrem Sohn empfangen. Bei einem warmen Tee redeten wir viel und mir fiel auf, dass es die erste Omi war, mit der ich mich in Australien unterhalten habe. Zum Abendessen wurden wir dann von ihrem Sohn John nach Hause eingeladen. Dort wurden wir von seiner deutschen Frau Rosmarie bekocht und durften die Nacht über unseren Camper im Garten stehen lassen.


Nach einer herzlichen Verabschiedung ging es für Judy und mich zurück nach Hobart. Auf dem Weg schauten wir uns noch ein Museum am Eagelhawk Neck an. Das Eagelhawk Neck ist der dünne Streifen, der Port Arthur mit dem Festland verbindet und der früher mit Wachhunden beschützt wurde.

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Tessellated Pavement


Ein kleiner Umweg nach Richmond brachte uns kurz vor Hobart noch zur ältesten Sandsteinbrücke Australiens und dann mussten wir uns wieder in einem Backpacker einquartieren und unseren geliebten Camper zurückgeben.


In Hobart wartete noch das Tasmanien Museum and Art Gallery auf uns, wo ich meinen ersten, wenn auch ausgestopften, Tasmanischen Teufel sehen konnte.

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Donnerstags fuhren wir frühmorgens zum Flughafen und nach vielen Stunden in Flughäfen und Flugzeugen landeten wir am späten Nachmittag wieder sicher in Armidale.

(Mehr Bilder hat es wie immer auf: http://picasaweb.google.com.au/Robin.Kuna

und dann unter 09-04FSJ)






Gasherd explodiert

6 04 2009

Am Montag hab ich meinen bis jetzt größten Sachschaden in Australien angerichtet und das kam so:

Joanne ging es nicht gut, deswegen hatte sie sich eine Vertretung gesucht und wollte ausschlafen. Das wusste ich allerdings nicht, weshalb ich sehr verwundert war, dass noch keiner wach war als ich aufstand.

Als ich mit Duschen fertig war, war immer noch niemand auf den Beinen. Ich beschloss auf dem Computer die Zeit zu checken, da in Deutschland Zeitumstellung war und ich dachte, dass New South Wales vielleicht auf Winterzeit umgestellt hat. Auf meinem Weg zum Computer stellte ich noch schnell Wasser für meinen Tee auf, doch als ich das Gas gerade angedreht hatte und der erst Funke flog, gab es hinter mir einen lauten Schlag und Töpfe flogen durch die Gegend. Ich war zum Glück schon einen Schritt vom Herd weg, denn über Nacht musste irgendwo Gas ausgetreten sein und sich im Herd gesammelt haben. Als ich mir dann meinen Tee machen wollte hab ich den ganzen Herd in die Luft gejagt.

Die Explosion war zwar nicht groß, aber es hatte den ganzen Herd zwei Zentimeter aus der Arbeitsfläche rausgehoben und unser Spaghettitopf war recht weit geflogen. Das Hauptproblem bestand nun darin, dass der Herd trotz der Explosion noch funktionierte. Es strömte Gas heraus und er probierte zu zünden. Ich rannte also wie ein aufgescheuchtes Huhn zu Jo ins Zimmer, weckte sie und fragte, wo die Gasleitung sei. Das wusste sie leider nicht, also änderte ich meinen Plan und schaltete sofort alle Sicherungen im Haus aus, damit keiner mit irgendwas einen Funken machen konnte. Daraufhin konnte ich den Herd sicher abdrehen und die Gasleitung war auch bald gefunden.

Zum Glück war nichts Schlimmes passiert, jedoch gibt es für unsere Arbeitsplatte keine passenden Herde mehr. Deshalb muss sich meine Gastfamilie jetzt nicht nur einen neuen Herd, sondern auch eine neue Arbeitsplatte kaufen. Da wir zwei Arbeitsplatten haben, müssen wir natürlich auch die Zweite anpassen und dann werden höchstwahrscheinlich auch die Schränke nicht mehr farblich passen.

Zu allem Überfluss brauchen wir neben einer neuen Kücheneinrichtung auch noch eine neue Gasleitung, weil die alten Anschlüsse nicht mehr an die neuen Herde passen. Im Großen und Ganzen hab ich an dem Morgen einen mehrere Tausend Dollar hohen Schaden angerichtet.

Zum Glück war es nicht wirklich meinen Schuld und meine Gastfamilie hat das auch gleich eingesehen und macht darüber nur noch Witze. Sie haben ein paar neue Spitznamen für mich und mir absolutes Herd- (Campingkocher im Moment), Kühlschrank-, Toaster- und Ofenverbot verhängt.

Außer der Aufregung am Montagmorgen verlief die letzte Woche wie die Woche zuvor. Ich hatte mehrere Mauern zu bauen und werde damit noch ein bisschen beschäftigt sein. Nach der Schule gehe ich nach wie vor Babysitten und lasse mich von Alex, auf den ich aufpasse, in allen Spielen verarschen.

Working Bee

Working Bee

Samstag musste ich diese Woche auch arbeiten, da wieder „Working Bee“ (Arbeitseinsatz) in der Schule anstand. Ich habe mit Gaynor aber ausgehandelt, dass ich mir dafür einen Tag frei nehmen darf, wodurch meine Ferien schon nächsten Donnerstag anfangen.

Mein selbst erschaffener Garten wird bepflanzt

Mein selbst erschaffener Garten wird bepflanzt