Gaynor gab am Wochenende Judy und mir ihr neues Haus zum House-Sitten. Also zog ich am Freitag nach der Schule ein. Das Haus ist um einiges größer als das alte und auch viel gemütlicher, mit einer schönen überdachten Veranda und einem großen bepflanzten Garten.
Als ich dort angekommen war machten wir uns gleich auf den Weg in die Stadt, um für das Wochenende einzukaufen. Wir hatten einen Speiseplan aufgestellt der aus lauter Sachen bestand, die wir gerne mal wieder und gut gewürzt essen wollten.
Nachdem wir uns Tortellini mit viel Gorgonzola-Sauce zubereitet hatten, setzten wir uns vor den Laptop und schauten beim Essen Kill Bill 1.
Später gingen wir noch in den „White Bull“, waren aber nach etwa einer Stunde etwas enttäuscht und gingen nach Hause. Das war auch gut so, denn der Abend sollte noch eine aufregende Wendung nehmen.
Als wir über die Sportplätze liefen fuhr ein Taxi an uns vorbei aus dem Geschrei kam. Zuerst dachten wir es wären nur ein paar Betrunkene, die Spaß machten, doch ein paar Meter vor uns schmiss der Taxifahrer seine Insassen raus und wir wurden Zeuge, wie ein Aborigine-Mann seine Frau verprügelte. Wir gingen ein paar Meter weiter um den Taxi-Fahrer zu bitten die Polizei zu rufen, doch dieser fuhr schnell davon als er uns sah.
Also war ich an der Reihe das erste Mal in Australien die Polizei zu rufen. Dies war jedoch eine längere Sache, da man mit der Notrufnummer in Australien erstmal irgendwo in einem Call-Center landet. Dann muss man denen erklären wo man ist und die verbinden einen mit dem nächsten Polizeirevier. Dann musste ich dem Polizisten (auf Englisch und leicht angetrunken) beschreiben wo wir waren und was passiert war, doch dann ging es ganz schnell. Die Polizei kam mit einem Auto und fand die beiden sofort. Kurz danach kam auch das Taxi wieder. In diesem Moment haute der Mann ab, der seine Freundin verprügelt hatte und die Action ging los.
Ein Polizist lief dem Mann hinterher und auch das Taxi nahm die Verfolgung auf. Doch der Mann war ziemlich schnell und der Polizist leider nicht so fit. Auch das Taxi schaffte es nicht wirklich ihn aufzuhalten. Bald waren alle weg und Judy und ich liefen weiter.
Kurz darauf kam ein zweites Polizeiauto mit quietschenden Reifen an und fragte Judy und mich, ob wir etwas gesehen hätten. Judy schickte sie in die richtige Richtung und sie sausten davon. Danach war alles wieder ruhig und Judy und ich gingen heim.
Samstags frühstückte ich spät und wurde hinterher von Ruth abgeholt, der ich beim Arbeiten im Garten ihres Vaters helfen sollte. Der Vater wohnt nicht mehr dort, aber das Haus ist noch in Familienbesitz und muss wieder in Schuss gebracht werden.
An diesem Tag entfernten wir ein ganzes Gartenbeet. Dazu mussten wir ziemlich viel Erde schaufeln, wegfahren, eine Mauer niederreißen und mit den Steinen einen Bach auf dem Grundstück stauen. Nach dreieinhalb Stunden Arbeit war ich total platt und freute mich auf ein kühles Bier am Abend.
Zum Abendessen machten Judy und ich Frikadellen, Kartoffelsalat und Semmelknödel. Das Essen war ziemlich gut und wir schauten währenddessen Kill Bill 2.
Später gingen wir wieder in die Stadt, diesmal ins „Newie“, doch auch an diesem Abend waren wir nicht besonders angetan von der Musik und gingen wieder früh nach Hause – ohne Zwischenfälle.
Sonntags machten wir uns einen ganz gemütlichen Tag, an dem wir nur Filme schauten. Wir schauten „James Bond – License to Kill“, „From Dusk till Dawn“, „Constantine“ und „Kiss Kiss Bang Bang“. Abends aßen wir noch einmal gut von den übriggebliebenen Speisen vom Vorabend und gingen danach heim.
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