Ich freue mich auf die Ferien

29 03 2009

In der letzten Woche war ich mit den gleichen Arbeiten beschäftigt wie in der Woche zuvor. Die meiste Zeit habe ich mit Saul verbracht. Mittlerweile hat er mich soweit eingearbeitet, dass ich eigenverantwortlich Mauern hochziehen darf, was mir die Arbeit viel einfacher macht, denn Saul kommt und geht wann er will und ist nicht besonders zuverlässig.

Die neu gemauerte Treppe

Die neu gemauerte Treppe

Mauer für Zukunftsgärten

Mauer für Zukunftsgärten

Meine erste Kreismauer

Meine erste Kreismauer

In der Schule hat sich alles in soweit verändert, dass die Bauarbeiter mittlerweile ihre Zäune abgebaut haben und die Kinder wieder einen großen Schulhof zur Verfügung haben.

Einzige sonstige Abwechslung war die Herbstparade letzten Samstag. Diese hat mich von der Idee ein bisschen an einen deutschen Karnevalsumzug erinnert. Man muss lediglich die Garde durch Dudelsackspieler ersetzen, die Motivwägen mit Obst, Gemüse und Blättern schmücken und natürlich den Alkohol weglassen – schon hat man die Herbstparade.

Herbstparade

Herbstparade

Bald bekomme ich wieder mehr Abwechslung, denn ab dem 9. April haben wir Ferien. Judy und ich haben schon unseren Trip nach Tasmanien gebucht. Dann werde ich euch von einer Woche Campingabenteuer erzählen können.





Hochs und Tiefs

19 03 2009

Seit meinem letzen Blogeintrag ist nicht viel Spannendes passiert. Die Tage nach dem Wochenende bei Gaynor verbrachte ich bis auf Montag und Freitag mit einer Erkältung im Bett. Das fand Jo gar nicht lustig, deswegen war ich auch wirklich nur im Bett, um ihr keinen Grund zu der Annahme zu geben, dass ich blau machen würde.

Das Wochenende konnte ich wegen meiner Erkältung auch nicht genießen und verbrachte die ganze Zeit im Bett.

In der darauffolgenden Woche wurde meine Liebe zu Australien etwas strapaziert. Montags morgens wurde Kim um Punkt Neun zu mir geschickt, um mich sofort zum Arbeiten aufzuscheuchen. Hallo – ich war grad dabei meine Arbeitsschuhe anzuziehen! Es gab gar nicht viel zu tun, weshalb mich das etwas nervte. Dienstags war es dann Gaynor, die mich zum Arbeiten verdonnerte, jedoch mit der Ansage, dass die „Green Shed“, unsere Gartenhütte in der ich meine Klamotten aufbewahre, nicht mein Büro wäre. Dabei war ich nur damit beschäftigt meine Arbeitskleider anzuziehen!

Mittwochs wäre das Fass dann beinahe übergelaufen. Ich war wie jeden Tag schon um 8.15 Uhr in der Schule und nutzte die Zeit zum Emails-Checken bis Gaynor anfing zu arbeiten. Doch um 8.30 Uhr kamen zwei Schülerinnen, um mir im Auftrag von Jo  die Nachricht zu überbringen, dass ich nicht so faul sein solle und endlich was arbeiten soll, denn Jo wäre schon sehr sauer. Um halb neun! Meine Arbeitszeit fängt erst eine halbe Stunde  später an, nämlich um 9.00 Uhr!

Judy ging es auch nicht viel besser und fühlte sich ebenfalls ausgenutzt, was mir eine Person bescherte, die sich gmeinsam mit mir aufregte.

Die Arbeit wurde zum Glück etwas aufregender, denn ab Mittwoch war Terry wieder in der Schule. Das heißt zwar nicht, dass die Aufträge spannender werden, doch sie kommen mir sinnvoller vor und ich habe jemanden zum Reden. Terry und ich fingen damit an die Regenrinnen an allen Schulgebäuden zu reinigen und ein Gitter darüber zu  spannen, damit keine Blätter mehr reinfallen und die Wasserqualität in  unseren Tanks erhöht wird. Das machten wir die ganze Zeit bis Freitagmittag. Ich lief also nur auf Dächern rum und durfte ein bisschen mit Terrys Akkuschrauber spielen. Freitagnachmittag kam Saul in die Schule, um Steine um das neue Schulgebäude zu verlegen und die Gärten zu bepflanzen.

Das Wochenende wurde wieder gemütlich. Judy war mit Chris auf Camp und Elliot war andauernd mit seiner Freundin unterwegs, weshalb ich nur am Freitag kurz wegging. Sonntags arbeitete ich zum ersten Mal in diesem Jahr bei Gaynor im Garten und wurde von ihr gleich um eine halbe Stunde beim Lohn beschissen, aber immerhin hatte ich was zu tun und Jo konnte es nicht mehr wagen mich als Faulenzer zu beschimpfen.

Montag und Dienstag ging die Arbeit so weiter wie sie Freitag aufgehört hatte, also mit ein bisschen auf dem Dach rumturnen und zwischendurch ein paar Steine legen, nur mit dem Unterschied, dass ich seit Dienstag einen Job nach der Schule habe. Ich muss auf zwei Kinder aus unserer Schule aufpassen, die gleich bei mir ums Eck wohnen, bis ihr Vater von der Arbeit kommt. Das sichert mir zumindest die Finanzen für einen Abend am Wochenende.

Die Sache mit Jo scheint sich zur neuen Woche gelegt zu haben. Sie ist wieder sehr freundlich zu mir, bittet mich immer lieb ihr zu helfen und bedankt sich hinterher vielmals.






Mein erster Notruf bei der australischen Polizei

5 03 2009

Gaynor gab am Wochenende Judy und mir ihr neues Haus zum House-Sitten. Also zog ich am Freitag nach der Schule ein. Das Haus ist um einiges größer als das alte und auch viel gemütlicher, mit einer schönen überdachten Veranda und einem großen bepflanzten Garten.

Als ich dort angekommen war machten wir uns gleich auf den Weg in die Stadt, um für das Wochenende einzukaufen. Wir hatten einen Speiseplan aufgestellt der aus lauter Sachen bestand, die wir gerne mal wieder und gut gewürzt essen wollten.

Nachdem wir uns Tortellini mit viel Gorgonzola-Sauce zubereitet hatten, setzten wir uns vor den Laptop und schauten beim Essen Kill Bill 1.

Später gingen wir noch in den „White Bull“, waren aber nach etwa einer Stunde etwas enttäuscht und gingen nach Hause. Das war auch gut so, denn der Abend sollte noch eine aufregende Wendung nehmen.

Als wir über die Sportplätze liefen fuhr ein Taxi an uns vorbei aus dem Geschrei kam. Zuerst dachten wir es wären nur ein paar Betrunkene, die Spaß machten, doch ein paar Meter vor uns schmiss der Taxifahrer seine Insassen raus und wir wurden Zeuge, wie ein Aborigine-Mann seine Frau verprügelte. Wir gingen ein paar Meter weiter um den Taxi-Fahrer zu bitten die Polizei zu rufen, doch dieser fuhr schnell davon als er uns sah.

Also war ich an der Reihe das erste Mal in Australien die Polizei zu rufen. Dies war jedoch eine längere Sache, da man mit der Notrufnummer in Australien erstmal irgendwo in einem Call-Center landet. Dann muss man denen erklären wo man ist und die verbinden einen mit dem nächsten Polizeirevier. Dann musste ich dem Polizisten (auf Englisch und leicht angetrunken) beschreiben wo wir waren und was passiert war, doch dann ging es ganz schnell. Die Polizei kam mit einem Auto und fand die beiden sofort. Kurz danach kam auch das Taxi wieder. In diesem Moment haute der Mann ab, der seine Freundin verprügelt hatte und die Action ging los.

Ein Polizist lief dem Mann hinterher und auch das Taxi nahm die Verfolgung auf. Doch der Mann war ziemlich schnell und der Polizist leider nicht so fit. Auch das Taxi schaffte es nicht wirklich ihn aufzuhalten. Bald waren alle weg und Judy und ich liefen weiter.

Kurz darauf kam ein zweites Polizeiauto mit quietschenden Reifen an und fragte Judy und mich, ob wir etwas gesehen hätten. Judy schickte sie in die richtige Richtung und sie sausten davon. Danach war alles wieder ruhig und Judy und ich gingen heim.

Samstags frühstückte ich spät und wurde hinterher von Ruth abgeholt, der ich beim Arbeiten im Garten ihres Vaters helfen sollte. Der Vater wohnt nicht mehr dort, aber das Haus ist noch in Familienbesitz und muss wieder in Schuss gebracht werden.

An diesem Tag entfernten wir ein ganzes Gartenbeet. Dazu mussten wir ziemlich viel Erde schaufeln, wegfahren, eine Mauer niederreißen und mit den Steinen einen Bach auf dem Grundstück stauen. Nach dreieinhalb Stunden Arbeit war ich total platt und freute mich auf ein kühles Bier am Abend.

Zum Abendessen machten Judy und ich Frikadellen, Kartoffelsalat und Semmelknödel. Das Essen war ziemlich gut und wir schauten währenddessen Kill Bill 2.

Später gingen wir wieder in die Stadt, diesmal ins „Newie“, doch auch an diesem Abend waren wir nicht besonders angetan von der Musik und gingen wieder früh nach Hause – ohne Zwischenfälle.

Sonntags machten wir uns einen ganz gemütlichen Tag, an dem wir nur Filme schauten. Wir schauten „James Bond – License to Kill“, „From Dusk till Dawn“, „Constantine“ und „Kiss Kiss Bang Bang“. Abends aßen wir noch einmal gut von den übriggebliebenen Speisen vom Vorabend und gingen danach heim.