Die letzten Tage Armidale

1 07 2009


Die letzten Tage in Armidale waren von der Abschiedsstimmung geprägt. Am Donnerstag war ich spontan nochmal so richtig einen mit Elliot trinken. Es sollte eigentlich nur kurz werden, doch er und seine Freunde hatten gerade ihre Prüfungen beendet, also wurde es ein sehr, sehr langer Abend.

Am Freitag musste ich darunter in der Schule leiden. Nicht nur, dass es mir schlecht ging, nein, Jo machte sich einen Spaß daraus, mich immer wieder zu fragen, wie es mir gehen würde und mir mehr Arbeit aufzudrücken.

Am Abend ging ich mit Kim und Robyn aus der Office einen Trinken. Wir trafen uns im Armidale Club, wo die Band unserer ehemaligen Musik- und Schauspiellehrerin spielte.
Am nächsten Morgen half ich der noch etwas verkaterten Kim, besser gesagt ihrem Mann, beim Umziehen. Das dauerte den ganzen Tag, aber sie waren wirklich dankbar für meine Hilfe. Samstagabend ging ich noch einmal mit Elliot aus, diesmal wirklich nur kurz.

Sonntags morgens musste ich schon um 6 Uhr raus, um mich von Elliot zu verabschieden, denn er machte sich mit seiner Freundin auf den Weg zu einem zweiwöchigen Campingurlaub in Queensland. Später half ich Steve, Kims Mann, den Kühlschrank umzuziehen. Es war so viel Arbeit da, dass ich ein schlechtes Gewissen hatte zu gehen und so half ich noch einmal für 8 Stunden.

Am Montag war zunächst alles ganz normal, außer, dass die Kinder in der Schule besonders anhänglich waren. Dienstags lief alles aus dem Ruder. Ich musste den ganzen Morgen meinen Papierkram erledigen, danach schaffte ich es eine Stunde lang zu arbeiten und dann war schon wieder Mittag. Die Lehrer hatten ein Mittagessen für Judy und mich vorbereitet. Gleich nach dem Essen kamen alle Kinder und verabschiedeten sich von mir und Judy, obwohl Judy noch eine Woche bleibt. Das Umarmen und Geschenkegeben dauerte den Rest des Tages. Nachmittags packte ich alles fertig und flitzte schnell weiter zum Abschiedsessen mit den Lehrern und Schulangestellten.
Danach trank ich noch ein Bierchen mit Judy, ging heim und guckte bis nach Mitternacht den wunderschönen australischen Sternenhimmel an.

Und so endet mein Jahr in Australien. Ab Mittwochmorgen werde ich 22 Stunden im Flieger und 5 Stunden auf Flughäfen verbringen, um am Donnerstag fröhlich wieder in der Heimat anzukommen.

Abschließend muss ich sagen, es war die Reise Wert. Ich hatte 11 Monate voller Aufregung und neuer Erfahrungen und würde es jederzeit wieder tun.
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Midwinter-Festival

25 06 2009

So, die letzte Woche meiner Zeit in Australien ist angebrochen! Am 01. Juli geht es los Richtung Heimat und am 02. Juli komme ich um 6 Uhr morgens mit der Qantas in Frankfurt an.

Das vorletzte Wochenende war leider, leider sehr langweilig. Ich denke mal, ich bin es leid immer in die selben Pubs zu gehen. Dafür fing es am Montag ganz entspannt an. Meine einzige Arbeit war Grillen. Bei uns wird momentan ein neuer Spielplatz gebaut und ich musste die ganze Woche für die Bauarbeiter Würstchen grillen.

Dienstag wurde es ein bisschen stressiger, weil ich außer zu Grillen den Arbeitern beim Betonschieben helfen musste. Insgesamt schoben wir 2,8 Tonnen über den unwahrscheinlich matschigen Boden. Zu zweit!

Abends stand das Midwinter-Festival an. Das ist unser Winter-Festival an der Schule und sollte eigentlich am kürzesten Tag des Jahres stattfinden, doch hier wird es immer in der Woche vor den Ferien gefeiert. Wegen mir wurde der Termin nochmal ein bisschen verschoben, weil ich sonst schon weg wäre.

Midwinter Festival

Midwinter Festival

Lagerfeuer

Lagerfeuer

Ich hatte dort einen sehr schönen Abend. Die Kinder hatten Laternen gebastelt und machten einen Spirallauf und die 6. Klasse veranstaltete traditionsgemäß eine Feuershow. Danach machten wir noch ein großes Feuer und viel zu Essen.
Mittwochs hauten die Arbeiter schon ab, da sie schneller waren als gedacht und keine Materialien mehr hatten, was für mich bedeutete, dass ich anfangen konnte zu streichen. Grillen musste ich trotzdem weiterhin, denn die Kinder fanden ihre Wurst mittags richtig, richtig gut.





German Night

19 06 2009

Die letzten Wochen dreht sich in der Schule alles um das Fertigstellen meiner Jobs, denn langsam kommt Abschiedsstimmung auf. Also baue ich weiter an meiner Mauer, welche schon fast fertig ist, und arbeite soviel an den Regenrinnen wie nur möglich.

Die fast fertige Mauer

Die fast fertige Mauer

Am Freitag haben Judy und ich sogar schon unsere Abschiedsparty gehabt. Dafür wurden alle Angestellten der Schule zu Sue, der Kindergärtnerin, eingeladen. Dort feierten wir die “German Night”. Deutsch waren aber nicht nur Judy und ich, sondern auch das Essen und Trinken. Für diesen Anlass kochten Judy und ich schon morgens kräftig und machten einen Apfelstrudel, Kaiserschmarrn und Glühwein. Zu essen gab es außerdem noch Kartoffelsuppe, Krautwickel, Zwiebelkuchen und Schweinefleisch mit Sauerkraut.

Alles in allem ein sehr gelungener Abend. Der absolute Renner war natürlich der Glühwein, den die Australier, trotz unserer häufigen Warnungen, nicht wirklich einschätzen konnten. Zum Schluss wurde es sehr traurig, weil Reden zu unseren Ehren gehalten wurden und uns privat noch einmal jeder sagte, wie sehr er uns vermissen würde.

Um den Abschiedsschmerz zu lindern, überredete ich Elliot nach Deutschland zu kommen. Also fingen wir gleich an zu planen. Nach mehreren Rückziehern von Elliot beschlossen seine Mutter und ich für ihn zu buchen. Wir fanden ein Angebot in der Zeitung und eine Stunde später war Elliot für sechs Wochen Europa gebucht. Jetzt kann ich wirklich heim kommen, denn ich habe mir ein Stück Australien über Weihnachten gesichert ;)





Wochenende in Moree

11 06 2009

Am letzten Wochenende kam wieder ein bisschen Aufregung in mein Leben. Nachdem ich die letzten zwei Wochen damit verbracht hatte meine Mauer weiter zu bauen und die Regenrinnen zu dichten, fuhr ich mit Phillip, Jo und Judy für Samstag und Sonntag nach Moree. Moree ist die Stadt, in der Jo und Phil sich kennen gelernt und geheiratet haben und Elliot und Tegan geboren sind. Zudem wohnt Phillips große Familie dort. Die Stadt ist hauptsächlich bekannt für ihre Baumwollproduktion und die heißen Quellen.

Am Samstagmorgen ging es früh los. Wir waren den ganzen Vormittag unterwegs und kamen gegen Mittag in Moree an. Von dort fuhren wir noch eine gute halbe Stunde weiter zu einer Farm, wo an diesem Tag Picnic-Rennen war. An diesem Pferderennen dürfen nur Amateurpferde und -jockeys teilnehmen. Judy und ich schauten uns die Rennen an und nutzten die Zeit dazwischen zum Biertrinken – wie alle Australier.

Endspurt

Endspurt

Gegen 18 Uhr war die Veranstaltung zu Ende und wir fuhren zu Phils älterem Bruder Chris. Dort schwatzten wir ziemlich lang, aßen und schwatzten noch ein bisschen mehr.

geschafft!

geschafft!

Phil's Stand

Phil's Stand

Bei den Gesprächen kamen auch sehr interessante Sachen ans Licht, wie zum Beispiel, dass Jo sehr stark mit dran beteiligt war, dass ich von der Farm ausziehen musste und deswegen bei ihr unterkam.

Gegen 22 Uhr gingen Judy und ich in ein Pub, doch da war nicht viel los, weil gleichzeitig eine Party auf der Rennstrecke stattfand. So fuhren Judy und ich bald wieder zurück.

Am nächsten Morgen gingen wir mit Joanne in die warmen Bäder und ließen den Tag gemütlich beginnen, denn dort sprudelt ca. 45°C warmes Wasser frisch aus der Erde.

Markets

Markets

Gegen Mittag statteten wir den Markets einen Besuch ab. Nach einer privaten Stadtrundfahrt mit Chris schlenderten Judy und ich kurz durch die sehr kleine, aber hübsche Innenstadt und bereiteten uns auf die Heimfahrt vor.

Der Park von Moree

Der Park von Moree

Daheim fiel ich todmüde ins Bett. Montags konnte ich mich zum Glück den ganzen Tag ausruhen, weil Feiertag war (Queens Birthday).

Bank

Bank





Regen im Überfluss

23 05 2009

Nach langer, langer Trockenzeit holt Mutter Natur jetzt alles nach. Seit Montag ist es hier nur noch am Regnen. Das ist aber eigentlich ganz gut für mich, denn so kann ich mich vor der Arbeit drücken.

Am Montag durfte ich Kim den ganzen Tag in der Office helfen und etwas für sie tippen und musste deswegen nicht raus ins kühle Nass.

Dienstag kam mir unsere Erkältungsepidemie zu Gute. Bobs Klasse fuhr an diesem Tag auf ihre zweieinhalbwöchige Klassenfahrt. Zuerst runter nach Bellingen, wo sie fünf Tage bleiben wollten und dann sollte es weiter gehen mit einer zweiwöchigen Wanderung durch den Guy Fawkes River National Park.

Leider hatte sich Robyn Newberry jedoch erkältet und konnte kein Auto fahren, weshalb ich ihr Auto die 150 km von Bellingen zurück nach Armidale chauffieren durfte. Dieser Ausflug dauerte natürlich den ganzen Tag und ich war geschützt in einem fast komplett trockenen Auto mit Heizung.

Mittwochmorgen regnete es zum Glück nicht so viel, denn ich musste das erste Mal wieder draußen arbeiten. Da ich die Schule jedoch mittlerweile recht gut kenne, konnte ich mich auch an diesem Tag mit Jobs beschäftigen, die nicht im Regen waren und später durfte ich erneut in der Office helfen.

Donnerstags sollte ich eigentlich mit Karen’s Class ins Aboriginal Culture Center gehen, doch kurz bevor ich zur Schule fuhr bekam ich einen Anruf von Robyn Newberry: Aufgrund des vielen Regens bestand die Gefahr, dass die Flüsse in Bellingen überlaufen und deswegen musste Bobs Camp evakuiert werden.

Da es Robyn immer noch nicht besser ging, durfte ich mich wieder mit ihrem Auto auf den Weg machen. Diesmal war die Fahrt allerdings sehr anstrengend. Das bisschen Regen entpuppte sich als echtes Unwetter und ich  musste mit überfluteten Straßen, umgekippten Bäumen, Wind und Nebel kämpfen. Das Ende meiner Reise war dann Dorrigo, das letzte Kaff, bevor sich der Waterfall Way den Berg runter nach Bellingen schlängelt. Diese Strecke ist eigentlich sehr schön, weil man einen bezaubernden Ausblick über das Land hat und Wasserfälle direkt neben der Straße runterplätschern. Diese kleinen behäbigen Wasserfälle hatten sich aber jetzt zu reißenden Flüssen entwickelt und nahmen die komplette Straße ein. Die Straße wurde natürlich deswegen gesperrt und mir wurde angeraten nicht weiter zu fahren.

Ich hätte zwar rechtlich gesehen weiter fahren dürfen, war jedoch nicht wild drauf mit der Natur zu kämpfen, wenn es mir von Australiern abgeraten wird. Also trank ich einen Kaffee in Dorrigo und begab mich wieder auf den Heimweg. In Armidale angekommen erfuhr ich dann, dass Kim es gerade geschafft hatte, mit SES (State Emergency Service) zu telefonieren und die Kinder von denen nach Dorrigo bringen zu lassen. Von  dort konnten sie abgeholt werden. Ich hatte an dem Tag schon 230 km im schlimmsten Unwetter auf der Straße verbracht und musste Babysitten, weshalb ich diese Aufgabe gerne an jemand anderen abtrat.

Freitags regnete es immer noch, ich konnte jedoch in der Schule in der Küche beim Tuckshop helfen, weshalb ich wieder trocken blieb. Abends mussten dann sogar zum ersten Mal seitdem ich hier bin viele Straßen in Armidale gesperrt werden, weil unser Bach etwas über die Ufer getreten war und die Straßen einen Meter unter Wasser standen.

Abends ging ich auf den 21. Geburtstag eines Freundes. Der 21. wird ja hier in Australien bekanntlich groß gefeiert und deswegen hatte ich einen lustigen Abend mit viel Musik, Gerspächen und Freibier.





Cathedral Rock

20 05 2009

Die Woche verlief wie immer. Meine Arbeit an der Mauer war etwas ins Stocken geraten, weil ich gerade an vielen kniffligen Kurven angelangte. Terry und ich berieten uns darüber und meine Arbeit kann jetzt weitergehen. Leider beinhaltet das auch wieder viel graben. Das macht das kalte Wetter zwar erträglicher, weil man sich schön warm arbeitet, jedoch bin ich abends immer so kaputt, dass ich eigentlich nur noch schlafen möchte.

Am Freitag musste ich abends auf Alex und Laura aufpassen. Das war eine angenehme Sache, jedoch bin ich deshalb nicht mehr weggegangen, weil ich sonst ewig in der Schlange gestanden hätte.

Samstags wollte ich eigentlich bei Gaynor im Garten arbeiten. Sie selbst war an der Schule, da anthroposophisches Wochenende war. Das bedeutete, dass ganz viele Workshops und Vorträge über Anthroposophie an der Schule stattfanden. Sie wollte mir aber eine Liste mit Jobs hinterlassen. Als ich bei ihr ankam war natürlich keine Liste da, nur die Nachricht, dass ich ihrer Tochter Lisa beim Fensterputzen helfen könnte. Lisa war aber genau wie Gaynor nicht zu Hause und so fuhr ich nach einer Stunde Wartens und ungetaner Arbeit heim.

Dafür trafen sich Judy und ich uns am Samstag schon früh bei mir, um ein, zwei Bier zu trinken und Filme zu schauen. Bis wir dann allerdings Richtung Pub los kamen, hatte ich schon etwas zu viel Bier intus und wollte so schnell wie möglich in mein Bett, da ich sonntags einen Ausflug mit Jo zum Cathedral Rock geplant hatte.

Woolpack Rocks

Woolpack Rocks

Am Sonntag stand ich schon um halb Neun auf, um mit Jo und Judy zum Cathedral Rock National Park zu fahren. Dieser ist ungefähr eine Stunde von Armidale weg. Dort machten wir erst mal gemütlich Morning Tea und dann liefen wir los. Nach ca. einer Dreiviertelstunde waren wir beim Cathedral Rock, liefen aber zunächst noch eine Stunde weiter zu den Woolpack Rocks. Dort legten wir eine Pause ein und bereiteten uns auf unseren langen Rückweg vor, der nur noch bergauf ging. Wieder am Cathedral Rock angelangt, waren wir total erschöpft, wollten uns aber noch Cathedral Rock richtig angucken, was sich als gar nicht so einfach herausstellte. In Deutschland würde man so was keinen Wanderweg nennen: Wir mussten unter Felsen durchkriechen, über andere Felsen klettern und bei Cathedral Rock angekommen, fanden wir uns auf einer kleinen Plattform, direkt vor der Schlucht, ohne Geländer. Nach einer kleinen Pause gingen wir wirklich zurück zum Auto, wo wir nach einer 5-Stunden-Wandertour um 16 Uhr unser Mittagessen einnahmen und so schnell wie möglich nach Hause fuhren, um ziemlich bald in unsere Bettchen zu krabbeln.

Cathedral Rock

Cathedral Rock





Wool-Expo

13 05 2009

Die erste Woche nach den Ferien verlief recht ruhig. Ich arbeitete weiter an meiner Mauer, damit ich noch bis zum Ende meines Dienstes damit fertig werde. Am Mittwoch war ich mit Jo auf ihrem wöchentlichen Ausflug. Diesmal gingen wir zu einer Stelle die zum Fluten genutzt wird, falls der Bach mal zuviel Wasser führt. Dort konnten die Kinder kleine Hütten bauen und hatten viel Spaß.

Freitags musste ich nicht an die Schule, sondern am Stand der Waldorf-Schule auf der “Wool-Expo” in Armidale helfen. Dort drehte sich alles um Wolle. An unserem Stand konnten die Schulkinder Wollbälle filzen. Ich war also den ganzen Tag damit beschäftigt kleine Kinder zu unterhalten, aber es war eine willkommene Abwechslung zum Schulalltag  Ansonsten gab es  viele Schafe, Opakas und auch Schäferhunde zu sehen. Am besten war der Schäferhunde-Hochsprung. Die Hunde können wirklich ziemlich hoch springen. Irgendwie erschreckend.

Das Wochenende war wie immer: Freitags “White-Bull”, Samstags “Newie”. Ich war aber nicht viel weg, weil ich zu müde war und weil es hier mittlerweile nachts richtig kalt wird. Es kann sogar schon wieder Frost geben. Zum Glück komme ich bald in den deutschen Sommer :-)










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