Am Mittwoch, den 15. April, ging es endlich wieder in den Urlaub. Judy und ich hatten uns einen Wicked-Camper gemietet und eine Woche Tasmanien geplant. Der Urlaub fing etwas stressig an, da alle Flieger voll waren und ich mit meinen Standby-Tickets jedes mal um einen Platz bangen musste.
Das Glück war auf meiner Seite und so standen Judy und ich am Mittwoch in Hobart. Leider konnten wir den Abend nicht wirklich genießen, da wir beide ziemlich froren und Judy sehr müde war. Deshalb gingen wir früh in unser Hostel „Narrara Backpackers“ und schliefen uns für den nächsten Tag aus.




Morgens machten wir uns voller Energie auf den Weg unseren Camper abzuholen. Es verlief alles unkompliziert und nach den nötigsten Einkäufen ging es auf die Straße. Unser erstes Ziel war der Cradle Mountain – St. Claire National Park. Dort blieben wir die erste Nacht nahe des Sees St. Claire. Leider war der darauffolgende Tag genauso nebelig und verregnet wie der vorige, weshalb sich das Eintrittsgeld für den National Park nicht wirklich bezahlt machte.

Cradle Mt (versteckt hinter Nebel)

Nelson Falls
Unsere Route führte uns an diesem Tag weiter durchs Gebirge an einem wunderschönen Wasserfall vorbei nach Queenstown. Der Ort war kleiner als wir uns vorgestellt hatten und so fuhren wir nach einem schnellen Mittagessen und zwei, drei Fotos weiter zum Cradle Mountain. Die Zeit verging wie im Flug, so dass wir nur eine kurze Weile am Berg verbrachten. Außerdem konnten wir den Berg nur erahnen, da es immer noch nebelig war. Die Suche nach Benzin und einer Bleibe für die Nacht führte uns unplanmäßig nach Sheffield, wo wir einen kostenlosen Abstellplatz für unseren Camper fanden.

Burnie
Am dritten Tag fuhren wir an die Nordküste der Insel. Dort hielten wir zunächst in Burnie. Burnie ist die viertgrößte Stadt in Tasmanien (mit 20 000 Einwohnern) und hat eine Käserei, in welcher wir über die Probehäppchen herfielen. Mit etwas zu viel Käse im Magen schauten wir uns noch eine Papierfabrik an, die Papier aus allem Möglichen herstellt (wie zum Beispiel aus Känguruh-Mist) und die außerdem noch ganz viele Papierkunststücke ausstellt.

Im Nachbarort Penguin trauten sich Judy und ich zum ersten Mal ins Meer, welches natürlich eiskalt war, doch es war die erste Dusche seit drei Tagen und wir konnten uns gleich danach mit einem leckeren Kaffee im Groovy Penguin Café aufwärmen.
Nachmittags ging es in die drittgrößte Stadt Tasmaniens, Devonport. Die Zeit war aber wieder gegen uns, weshalb wir außer der Tourist Information nicht viel von Devonport sahen. Auf der Suche nach einem Campingplatz landeten wir an der Batman Bridge in Launceston.
Launceston ist die zweitgrößte Stadt Tasmaniens und dort schauten wir uns am frühen Sonntagmorgen die Fußgängerzone und die Cataract Gorge an. Die Cataract Gorge ist eine atemberaubende Schlucht am South Esk River und praktisch in der Innenstadt.

Cataract Gorge
Doch wir hatten noch viel zu fahren an diesem Tag, also machten wir uns weiter auf den Weg Richtung Ostküste. Wir machten einen kleinen Umweg und fuhren noch zur Bridestowe Lavender Farm. Dort kann man alles kaufen, was man so aus Lavendel zaubern kann und das ist ziemlich viel. Wir hatten jedoch Pech mit der Jahreszeit, denn der Lavendel blüht nur zwischen Dezember und Januar. So konnten wir nur ganz ganz viel nicht-blühenden Lavendel sehen, dafür mussten wir aber auch keinen Eintritt bezahlen.

Binalong Bay
Für die folgende Nacht fanden wir einen besonders schönen Campingplatz in Binalong Bay, wo die Bay of Fire anfängt. Die Bay of Fire hat ihren Namen von den ersten Entdeckern, die an der Küste die Feuer der Aborigines gesehen hatten. Auch ohne Feuer ist die Küste wunderschön und Judy und ich konnten unseren Camper in direkter Strandnähe parken.

Binalong Bay
Morgens sprangen wir dann auch gleich ins kühle Nass und hatten unsere erste – wenn auch kalte – Dusche seit Hobart. Mit neuem Frischegefühl ging es weiter durch die Berge und viele sehr kleine Käffer bis zum Coles Bay und Freycinet National Park. Dort sahen wir zwar nicht die berühmten Küstenstrecken, da wir zu geizig waren, den in Tasmanien überteuerten Nationalparkeintritt zu entrichten, erfreuten uns aber an anderen sehr schönen Küstenabschnitten.

An diesem Abend waren wir wenig erfolgreich mit der Suche nach einem kostenlosen Campingplatz, denn keiner der Anwohner kannte einen in der Nähe, doch nach längerer Suche fanden wir einen sehr freundlichen Wirt, der uns erlaubte hinter seinem Pub auf der Wiese zu übernachten.

Dirtroad
Tag Sechs führte uns über viele Gravel- oder Dirtroads (Schotterpisten) nach Port Arthur. Port Arthur haben Judy und ich erst spät in unsere Planung aufgenommen, doch Terry hat ein paar Bekannte dort, bei denen wir bleiben konnten und das überzeugte uns. Es lohnte sich, denn Port Arthur hat einiges zu bieten. 1830 wurde dort ein Gefängnis für Strafgefangene gebaut, die in Gefangenschaft noch einmal straffällig geworden waren. Die Halbinsel eignete sich dafür sehr gut, denn sie ist mit einer nur 100 m breiten Landbrücke mit dem Festland verbunden.

Port Arthur Historic Site
In meinen Augen war es totale Verschwendung aus diesem schönen Flecken Erde ein Gefangenenlager zu machen, aber so schlimm kann es gar nicht gewesen sein. Die Zellen und Maßnahmen für die Gefangenen hörten sich zwar nicht so gut an, aber dafür hatten sie auch einen wunderschönen Hafen und noch viel schönere Gärten.

Port Arthur
Mit zu vielen Geschichten im Kopf über die Strafgefangenen fuhren Judy und ich zu Terrys Freunden. Dort wurden wir zuerst von einer lieben älteren Frau in den Achtzigern und ihrem Sohn empfangen. Bei einem warmen Tee redeten wir viel und mir fiel auf, dass es die erste Omi war, mit der ich mich in Australien unterhalten habe. Zum Abendessen wurden wir dann von ihrem Sohn John nach Hause eingeladen. Dort wurden wir von seiner deutschen Frau Rosmarie bekocht und durften die Nacht über unseren Camper im Garten stehen lassen.
Nach einer herzlichen Verabschiedung ging es für Judy und mich zurück nach Hobart. Auf dem Weg schauten wir uns noch ein Museum am Eagelhawk Neck an. Das Eagelhawk Neck ist der dünne Streifen, der Port Arthur mit dem Festland verbindet und der früher mit Wachhunden beschützt wurde.

Tessellated Pavement
Ein kleiner Umweg nach Richmond brachte uns kurz vor Hobart noch zur ältesten Sandsteinbrücke Australiens und dann mussten wir uns wieder in einem Backpacker einquartieren und unseren geliebten Camper zurückgeben.
In Hobart wartete noch das Tasmanien Museum and Art Gallery auf uns, wo ich meinen ersten, wenn auch ausgestopften, Tasmanischen Teufel sehen konnte.

Donnerstags fuhren wir frühmorgens zum Flughafen und nach vielen Stunden in Flughäfen und Flugzeugen landeten wir am späten Nachmittag wieder sicher in Armidale.
(Mehr Bilder hat es wie immer auf: http://picasaweb.google.com.au/Robin.Kuna
und dann unter 09-04FSJ)
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